NixTun
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20110817 GroßVenediger

Das Highlight der Woche stand bereits am vierten Tag am Programm: Die Ersteigung des Großvenedigers über den Westgrat.
Der Wecker wurde auf vier Uhr gestellt, um fünf waren wir abmarschbereit, schulterten die Rucksäcke - und plötzlich sagte der NixTuer zur NixTuerIn: 'Aus deinem Rucksack tropft es raus - deine Trinkblase ist kaputt!'
Zum Glück hatte der NixTuer eine Reserve-Trinkblase dabei und so ging es wenig später mit etwas angefeuchteten Rucksack los.
Wir folgten dem Normalweg Richtung Großvenediger, montierten am Anseilplatz unsere Steigeisen und starteten unseren abenteuerlichen Weg über das Obersulzbachkees. Zuerst überquerten wir den ersten blanken, spaltenreichen Teil des Gletschers, ehe wir unsere Steigeisen wieder auszogen und uns durch Geröll zum nächsten steilen Abschnitt kämpften wo wir unsere Steigeisen wieder montierten. Weiter oben dann wieder runter mit den Eisen, von nun an bis zum Weißen Zahn gingen wir angeseilt. Dabei überquerten wir auf allen vieren krabbelnd und große Schritte machend so manche Gletscherspalte in welche wir ein paar unsichere und ungläubige Blicke richteten: Ganz schön tief, ganz schön dunkel!
Ganz ohne Kontakt mit den Spalten lief es auch nicht ab: Der NixTuer baumelte mit einem Fuß in der Luft, die NixTuerIn konnte sich gerade noch an den sicheren Rand zurückretten und unser Orotl sowie 'Bad Phred Pitnik' hingen bis über die Hüfte in der Luft (alles in derselben Spalte wohlgemerkt ...).
Per Mannschaftszug wurden aber alle wieder aus ihrer misslichen Lage befreit und so ging es steil und immer wieder einbrechend bis zur Scharte zwischen Großvenediger und Weißen Zahn.
Nach einer kurzen Pause begann die Kletterei (ebenfalls II-III) welche Passagen mit sehr viel losem Geröll beinhaltete.
Kurz nach 14 Uhr tauchte dann wie aus dem Nichts das bekannte Gipfelkreuz des Großvenedigers und der markante Firngrat vor uns auf - wir standen auf 3662m.
Dass es zugezogen hatte, war Nebensache. Wir hatten es geschafft - und hatten als Zugabe den Gipfel für uns alleine!
Nach einer Pause, ging es über den Normalweg wieder hinunter, wieder ettliche Spalten übersteigend bzw. überhüpfend (was bergab deutlich leichter ist).
Um 18 Uhr waren wir zurück auf der Kürsingerhütte und freuten uns auf das Abendessen.

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